Zahlreiche Maßnahmen

Bienensterben: Regierung auf verschiedenen Ebenen aktiv

Source : Lëtzebuerger Journal
Date de publication : 25/08/2015

 

Im vergangenen Winter lag die Sterblichkeitsrate der Bienenvölker hierzulande bei rund 20 Prozent. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Henri Kox (déi gréng) an Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) und Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) hervor. Die Regierung will das von Forschern am „Luxembourg Institute for Science and Technology“ (LIST) durchgeführte Projekt „Bee First“ bis 2017 verlängern und das Forschungsprojekt dabei ausweiten. Das Projekt hat beispielsweise gezeigt, dass unterschiedliche Bienenstöcke Einfluss auf die Überlebenschancen der Bienen im Winter haben.

Darüber hinaus soll ein vom Staat kofinanzierter nationaler Bienen-Beauftragter die Bienenzüchter in der Behandlung gegen die Varroamilbe beraten. Der Staat will die dabei zum Einsatz kommenden Substanzen subventionieren, um so die finanzielle Belastung für die Imker zu verringern.

Des Weiteren soll, im Einklang mit dem Regierungsprogramm, die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, im Weinbau und im Gartenbau durch verschiedene Maßnahmen auf ein Minimum verringert werden. In diesem Kontext soll es auch einen nationalen Aktionsplan geben.

Außerdem will die Regierung erreichen, dass mehr Landwirte Ackerrandstreifen anlegen und die Unterstützung für Bauern attraktiver gestalten. Landwirte, die solche Blühstreifen mit einer Breite zwischen sechs und neun Metern anlegen und dabei auf vorgegebene Pflanzenmischungen zurückgreifen, sollen künftig bis zu 1.200 Euro pro Hektar Blühstreifen bekommen. Bisher konnte ein Bauer rund 450 Euro pro Hektar Nettofläche Ackerrandstreifen bekommen, wie Pascal Pelt von der Asta auf „Journal“-Nachfrage erklärt. Das Anlegen von Ackerrandstreifen wird von der EU subventioniert.

Neonikotinoiden-Verbot läuft nicht aus

In seiner Frage bezieht sich der Abgeordnete Kox auch auf das auf zwei Jahre ausgelegte Verbot von Neonikotinoiden, indem er sich über die Haltung der Regierung über eine mögliche Verlängerung erkundigt. Aus der Antwort geht hervor, dass das partielle Verbot nicht auslaufen wird, da die Anwendung der europäischen Ausführungsbestimmungen nicht zeitlich begrenzt sei. Hingegen heiße es, dass die EU-Kommission innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Ausführungsbestimmung, in einem vernünftigen Zeitrahmen die Prüfung neuer wissenschaftlicher Informationen angehen werde.

Es gibt viele Ursachen für das Bienensterben: Krankheiten, Parasiten, die klimatischen Bedingungen oder auch Pflanzenschutzmittel oder Umweltgifte. Eine große Gefahr geht indes von der Varroa-Milbe aus, die bei einer Umfrage unter Züchtern als häufigste Ursache für Verluste genannt wurde. Der Parasit befällt die Honigbienen und saugt sie praktisch aus. Zudem überträgt sie Viren. Eine Versuchsanordnung mit fünf Bienenstöcken hat gezeigt, dass die Varroamilbe den größten Einfluss auf das Auftreten von Viren hat.

CHRISTIAN BLOCK

 

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